Den letzten Tagen mehr Leben schenken

Der ASB-Kreisverband Kronach schloss am Donnerstag eine Kooperationsvereinbarung mit dem Palliativzentrum Bamberg.

In den letzten Tagen des Lebens mehr Lebensqualität erhalten, schwerstkranke Menschen begleiten und Angehörige unterstützen, Sterbende begleiten, das wollen die Verantwortlichen des ASB-Kreisverbandes. Deshalb haben beide Wohlfahrtsverbände am Donnerstag eine Kooperationsvereinbarung mit dem Palliativzentrum Bamberg geschlossen.

„Der Bedarf ist da und wird zunehmen“, so der Heimleiter des ASB-Seniorenheimes, Roland Funk. Ihm gehe es darum, den sowohl schwerstkranken Heimbewohnern als auch den Patienten, die durch die ASB-Sozialstation betreut werden, eine optimale Versorgung gewährleisten zu können.
Was hat es nun mit dieser Kooperationsvereinbarung auf sich? Sowohl der ASB- als auch der BRK-Kreisverband können jetzt auf die Unterstützung des Palliativzentrums Bamberg, unter der Leitung des Facharztes für Innere Medizin, Jörg Cuno, zurückgreifen. Sein Team umfasst mittlerweile 75 Mitarbeiter, darunter sind Ärzte, Pflegekräfte, Seelsorger, Sozialarbeiter, Psychoonkologen mit zusätzlicher Ausbildung in der Palliativpflege und –medizin.
Wie Jörg Kuno und sein Kollege, der Anästhesist Karl-Heinz Muggenthaler erläuterten, leiden Patienten mit dem Fortschreiten einer nicht heilbaren Krankheit oft unter Schmerzen und anderen Symptomen, wie beispielsweise Erbrechen, Verwirrtheit, Atemnot, Angst etc. Oftmals kommen noch psychische und soziale Sorgen und Fragen hinzu. Betroffen sind unter anderem Patienten mit folgenschweren Tumorerkrankungen, Herzschwächen, Patienten mit weit fortgeschrittenen Diabetes und Dialysepatienten.

Hier könne die spezialisierte ambulante Palliativersorgung (SAPV) zum Tragen kommen, erklärte Cuno. Seine Mitarbeiter sind an 365 Tagen rund um die Uhr im Einsatz. Sie informieren, beraten, sie koordinieren Hilfen zur Sicherung des häuslichen Umfeldes, sie empfehlen Schmerztherapien und arbeiten eng mit den Haus- und Fachärzten sowie Pflegediensten und Sozialstationen zusammen.

Die Naht- und Schnittstelle, so Jörg Cuno, sei in der Regel der Hausarzt, der sich mit dem Palliativzentrum in Verbindung setzt. In diesem Zusammenhang betont er, dass sein Team in ergänzender Funktion zu den Hausärzten und Pflegediensten tätig ist.

Auch die Vorsitzende des ASB-Kreisverbandes, sieht in der Kooperationsvereinbarung Vorteile für die Heimatbewohner und Patienten. Denn, so ist Christa Steiger überzeugt, angesichts des fortgeschrittenen Alters der niedergelassenen Hausärzte werde die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Landkreis immer schwieriger.

Jörg Cuno und Karl-Heinz Muggenthaler wollen nun verstärkt die Möglichkeit der Palliativmedizin und –versorgung den Menschen und pflegenden Angehörigen im Landkreis näherbringen. Cuno sprach von etwa jährlich 90 Patienten im Landkreis, die ein Fall für die Palliativmedizin sein könnten.
Der ASB-Kreisverband will „pallativ“ verstärkt in ihren Leistungskatalog mit einbinden. Künftig soll auch verstärkt Pflegepersonal eine Zusatzausbildung im Bereich der palliativen Medizin und Betreuung absolvieren. Und, so kündigte Cuno an, strebe er im Landkreis Kronach regelmäßig Zusammenkünfte zwischen den Beteiligten an. Bei diesen sollen der Austausch gepflegt und über Neuheiten in diesem Bereich informiert werden. Denn schließlich geht es darum, dass Menschen in den letzten Augenblicken ihres Lebens nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt in Würde leben können.

Im Bild von links: Die Pflegefachkraft des Pallativzentrums für Kronach und Naila, Bianka Möbus, die Leiterin der ASB-Sozialstation, Jennifer Hertel, der Leiter des Pallativzentrums Jörg Cuno, ASB-Heimleiter Roland Funk, Pflegedienstleiterin Romana Jakob und ASV-Kreisvorsitzende Christa Steiger.

Bild und Text: Veronika Schadeck
 

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